
Eingebettet in weitläufige Weinlagen der Pfälzer Weinstraße befindet sich das Anwesen Ketschauer Hof. Im Mittelalter als Lehen an adelige Ministerialen vergeben, waren dort um 1250 die Herren von Engaß ansässig. Im Laufe der Jahrhunderte folgten die Schleder von Lachen, die Freiherren Sturmfeder von Oppenweiler und die Freiherren von Ketschau.
Letzter Besitzer war, kurz vor und während der napoleonischen Zeit, Graf Damian Hugo von Lehrbach, ein hoher geistlicher Würdenträger. Während des dreißigjährigen Krieges fiel der Ketschauer Hof sogar kurzzeitig an die schwedische Krone und wurde von König Gustaf Adolf von Schweden als Lehen von 1632 bis 1633 an einen seiner Heerführer vergeben. Das Herrschaftshaus wurde 1770 bis 1772 durch den kurpfälzischen Hofarchitekten Franz Rabaliatti neu erbaut. Zu den Einweihungsfeierlichkeiten im Oktober 1772 weilten der Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz mit seiner Gemahlin sowie der Fürstbischof von Speyer in Deidesheim. Im Jahre 1783 erbaute Johann Peter Jordan, dessen Vater um 1708 aus Cluses in Savoyen in die Pfalz eingewandert war und hier schon 1718 urkundlich als Weinbergbesitzer genannt wird, schräg gegenüber vom Ketschauer Hof ein stattliches Anwesen mit Kellerei. Den Bauplatz hat er auf dem Tauschwege von der Kirche erworben. Das Areal liegt heute im Zentrum des angesehenen Weingutes Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan. Nach langem Familienbesitz wurde das Anwesen in Deidesheim 2002 vom Neustädter Unternehmer Achim Niederberger übernommen. Nach behutsamen Umbauarbeiten wurden 2006 das Gourmet-Restaurant Freundstück und das Weinbistro Bassermännchen eröffnet. Seit 2009 wird das Ensemble durch ein luxuriöses Boutique-Hotel ergänzt.